Hannover, 01.12.2020 – Erkältungen kommen zwar eigentlich nicht durch Kälte, dennoch: Mit den sinkenden Temperaturen steigt die Gefahr, sich einen Infekt einzufangen. Durch die kalte Luft draußen und die warme Heizungsluft drinnen trocknen die Schleimhäute aus, Erkältungserreger und andere Viren können sich leichter auf diese setzen und Infektionen haben leichtes Spiel. Was viele nicht wissen: Das Winterwetter mit Temperaturen ab unter fünf Grad kann auch bestimmte Krankheitsbilder beeinflussen. So können zum Beispiel Asthmatiker, Arthrose-Patienten oder Bluthochdruckpatienten besonders von der winterlichen Witterung betroffen sein, weiß die Apothekerkammer Niedersachsen.

Bluthochdruck: regelmäßig messen

Ist es kalt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen und der Blutdruck steigt. Das bedeutet für Patienten mit Herzerkrankungen oder Bluthochdruck, dass sie gut aufpassen müssen. Denn die Verengung der Blutgefäße führt zu vermehrter Wasserausscheidung und das Blut wird viskoser, sprich: „dicker“. Damit steigt auch die Gefahr für eine Thrombose, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Gerade in der kalten Jahreszeit ist daher die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks wichtig, denn langsam ansteigenden Hochdruck spürt man nicht. Wer kein eigenes Messgerät hat, kann seinen Blutdruck auch in der Apotheke überprüfen lassen. Es bleibt die Erkenntnis: Gerade Herz-Kreislauf-Patienten sollten sich in der kalten Jahreszeit zu Erkältungspräparaten beraten lassen, auch um unliebsame Wechselwirkungen zu vermeiden.

Asthma: Medikamente konsequent anwenden

Im Winter strömt kalte, oftmals trockene Luft direkt in die Atemwege, die Bronchien ziehen sich zusammen und verhindern die Sauerstoffzufuhr. Viele Asthmatiker leiden verstärkt unter ihren Symptomen und kämpfen mit überreizten Atemwegen, verstärktem Hustenreiz und Luftnot. Dieser Verschlechterung können Betroffene mit der konsequenten und regelmäßigen Anwendung der verordneten Präparate begegnen. Die Apotheke vor Ort berät zur richtigen Anwendungsweise und kann außerdem passende Erkältungsmittel empfehlen, sollte zum Asthma noch ein Infekt hinzukommen. Für Outdoor-Sport gilt jetzt: lieber einen Gang zurückschalten und moderat bewegen, damit die Atemwege nicht durch die kalte Luft überreizt werden.

Arthrose: Gelenke geschmeidig halten

Manchem Patienten fahren die kalten Temperaturen buchstäblich in die Knochen. Die Durchblutung ist im Winter herabgesetzt und die Muskeln verspannen sich. Auch die Viskosität der Flüssigkeit, also die Gelenkschmiere, wird von den fallenden Temperaturen beeinträchtigt und der Schmerz durch die Reibung der Gelenkknochen erhöht. Arthrose-Patienten sollten sich witterungsangepasst kleiden und immer schön warmhalten. Außerdem sinnvoll: moderate Bewegung! Wer lieber gemütlich auf der Couch sitzt und sich wenig bewegt, verschlimmert die Beschwerden nur.

Kältekopfschmerz: Mit Mütze schützen

Trifft kalte Luft auf den Kopf, ziehen sich die Blutgefäße unter der Kopfhaut zusammen, es kann ein schmerzhafter Druck entstehen. Wer sich zudem tapfer durch Wind und Wetter kämpft, macht sich unbewusst „klein“. Die verkrampften Schulterpartien wiederum führen zu Spannungskopfschmerzen. Eine Mütze ist im Winter mehr als ein modisches Accessoire. Sie schützt den empfindlichen Kopfbereich – und damit auch vor kältebedingten Kopfschmerzen.

Neurodermitis: fettreich pflegen

Das ganze Jahr haben Neurodermitiker mit trockener geröteter Haut und Juckreiz zu tun. Diese Symptome werden durch das Winterwetter verstärkt, denn die Haut drosselt ihre Talgproduktion. Zusätzlich wirkt Heizungsluft austrocknend. Folge: Die Hautoberfläche wird rissig und die Schutzfunktion beeinträchtigt. Betroffene sollten in der kalten Jahreszeit auf besonders reichhaltige Produkte wie rückfettende Dusch- und Körperpflegelotionen mit hohem Fettanteil und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen zurückgreifen. Eine ausreichende Trinkmenge, vor allem ungesü.te Tees oder Wasser, befeuchten zusätzlich von innen. Tipp: Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt wird, und regelmäßiges Stoßlüften tun dem Raumklima (nachhaltig) gut.

Im Zwiebellook munter durch den Winter

Trotz kalter Temperaturen kann man Einiges tun, um gut durch den Winter zu kommen. Mütze, Handschuhe, Schal und warme Socken zählen dabei zu den unerlässlichen Winterbasics. Im Lagenlook lassen sich Temperaturunterschiede, draußen kalt und drinnen warm, effektiv ausgleichen. Bewegung tut zu jeder Jahreszeit gut und hält auch die Gelenke fit. Auch die angewandten Corona-Hygieneregeln – Desinfektion, Handhygiene, Mundschutz und Lüften – schützen im Winter vor Viren und Bakterien. Die körpereigene Abwehr wird durch eine ausgewogene vitaminreiche Ernährung in Stellung gebracht. Und: für gute Laune sorgen – auch das aktiviert das Immunsystem!

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.800 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Diese Pressemitteilung finden Sie auch unter www.apothekerkammer-nds.de.

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Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

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